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  • The Kurdish Question in Turkey: On the violent enforcement of nation-statehood

    The initial hypothesis of this case study was that the Kurdish population in Turkey posed the main obstacle to the creation of a unified Turkish nation. An analysis of the events studied in the 1920s and 1930s confirmed this thesis. To this end, the ideas and drafts of a Turkish nation state, which the Kemalist state leadership pushed for from 1923 onwards, as well as the strategies and measures derived from those against the Kurdish population were presented and critically discussed. It became apparent that the phase between the founding of the Republic of Turkey in 1923 and the extermination operations in the Dersim region in 1937/1938 was decisively shaped by the so-called Kurdish question. An outlook on further developments after 1938 also showed that the relevance of this question remains unabated to this day. The discursive reactions of current state historiography in Turkey are also in continuity with official state statements from the 1920s and 1930s. […]

    Ismail Küpeli (2022): The Kurdish Question in Turkey. On the violent enforcement of nation-statehood, Cologne: University of Cologne.

  • Türkiye’de Kürt Sorunu: Ulus-devletin şiddetle uygulanması üzerine

    Vaka çalışmasının başlangıç tezi, Türkiye’deki Kürt nüfusun birleşik bir Türk ulusunun yaratılmasının önündeki ana engel olduğuydu. 1920’ler ve 1930’larda incelenen olayların analizi bu tezi doğrulamıştır. Bu amaçla, Kemalist devlet liderliğinin 1923’ten itibaren ortaya attığı Türk ulus devleti fikirleri ve taslakları ile bunlardan Kürt nüfusa karşı türetilen stratejiler ve önlemler sunulmuş ve eleştirel bir şekilde tartışılmıştır. Türkiye Cumhuriyeti’nin 1923’te kuruluşu ile 1937/1938’de Dersim bölgesinde gerçekleştirilen imha operasyonları arasındaki dönemin belirleyici bir şekilde sözde Kürt sorunu tarafından şekillendirildiği ortaya çıkmıştır. 1938’den sonraki gelişmelere bakıldığında da bu sorunun geçerliliğini bugün de koruduğu görülmektedir. Türkiye’deki mevcut resmi tarih yazımının söylemsel tepkileri de 1920’ler ve 1930’lardaki devlet açıklamalarının devamı niteliğindedir. […]

    İsmail Küpeli (2022): Türkiye’de Kürt Sorunu: Ulus-devletin şiddetle uygulanması üzerine, Köln: Köln Üniversitesi.

  • Die kurdische Frage in der Türkei

    Über die gewaltsame Durchsetzung von Nationalstaatlichkeit

    Der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen Bevölkerung ist einer der entscheidenden Faktoren, die die Geschichte und Gegenwart der Türkei bestimmen. Die politische Debatten und Entscheidungen in vielen sehr unterschiedlichen Bereichen von der Bildungspolitik bis hin zur Außenpolitik lassen sich auf die sogenannte kurdische Frage zurückführen. Darüber hinaus ist der Konflikt für die geschichtliche Entwicklung und der aktuellen Lage des gesamten Nahen und Mittleren Ostens bedeutend. Dies nicht zuletzt dadurch, dass kurdische Bevölkerungsgruppen in vielen Staaten existieren und in vielen Staaten politisch relevante AkteurInnen hervorgebracht haben, wie etwa neben der Türkei in Syrien und im Irak. Die Geschichte des Konflikts zwischen der Türkei und der kurdischen Bevölkerung muss aufarbeitet werden, um die gegenwärtigen Konflikte zu verstehen.

    Die Forschungsarbeit beschränkt sich indes nicht auf die Analyse dieser gewaltsamen Durchsetzung von Nationalstaatlichkeit und der autoritären Schaffung einer türkischen Nation, sondern will darüber hinaus Empfehlungen und Denkanstöße für die Erinnerungsarbeit und die politische Bildung formulieren, die Beiträge für eine Anerkennung der Pluralität und Diversität der jeweiligen Bevölkerungen und für einen gesellschaftlichen Friedensprozess, in der die Interessen und Rechte aller Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden, liefern können.

    Ismail Küpeli (2022): Die kurdische Frage in der Türkei. Über die gewaltsame Durchsetzung von Nationalstaatlichkeit, Bielefeld: transcript Verlag.

    Ismail Küpeli (2022): The Kurdish Question in Turkey. On the violent enforcement of nation-statehood, Cologne: University of Cologne.

    İsmail Küpeli (2022): Türkiye’de Kürt Sorunu: Ulus-devletin şiddetle uygulanması üzerine, Köln: Köln Üniversitesi.

  • Die Klaue schlägt zu: Die türkische Armee kämpft im Nordirak gegen die PKK

    Die Türkei beruft sich auf ihr Recht zur Selbstverteidigung. Doch sind die türkische Militäroffensive im Nordirak ebenso wie die militärische Gewalt in den kurdischen Gebieten der Türkei und gegen die syrisch-kurdische Autonomieregion Rojava in den vergangenen Jahren nur ein Aspekt der militärischen Politik gegen kurdische Kräfte in der ­ganzen Region. Unterdrückt wird dabei nicht nur die kurdische Bevölkerung in der Türkei selbst, sondern auch die Opposition gegen diese militarisierte Politik, die als »Vaterlandsverrat« und »Terrorismus« verunglimpft wird. […]

    Weiterlesen: Die Klaue schlägt zu: Die türkische Armee kämpft im Nordirak gegen die PKK (Jungle World, 5. Mai 2022)

  • Gute Autokraten, schlechte Autokraten

    Die Türkei wird wegen des Ukraine-Kriegs von Deutschland hofiert und kann sich als Friedensvermittler inszenieren. Dabei ist die Politik des Erdoğan-Regimes der Russlands in vielen Punkten ähnlich.

    Abschaffung der Demokratie, tagtägliche Festnahmen von Oppositionellen, Zerschlagung zivilgesellschaftlicher Organisationen, Ausschaltung von kritischen Medien, unzählige Menschenrechtsverletzungen, Angriffskriege in Nachbarländern und Unterstützung von gewalttätigen Milizen außerhalb des eigenen Staatsterritoriums: Nein, die Rede ist nicht von Russland. Während der Ukraine-Krieg den Blick auf die Innen- und Außenpolitik des russischen Regimes unter Wladimir Putin lenkt, bleiben die Taten der türkischen Autokratie unter Recep Tayyip Erdoğan weitgehend unbeachtet. Vielmehr wird Erdoğan wahlweise als Verbündeter der westlichen Staaten oder als Friedensvermittler hofiert. Das zeigte sich noch Anfang März bei einem Treffen der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) mit ihrem türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu, von dem Baerbock demonstrativ Fotos auf Twitter veröffentlichte. […]

    Weiterlesen: Gute Autokraten, schlechte Autokraten (Jungle World, 28. April 2022)

  • HDP trotzt der Repression

    Dem türkischen Staat ist es nicht gelungen, die Partei zu zerschlagen

    Das kurdische Frühlings- und Neujahrsfest Newroz am 21. März findet in der Türkei auch dieses Jahr mitten einer Atmosphäre statt, die von der andauernden Repression gegen die linke und kurdisch geprägte Oppositionspartei HDP, einem wachsenden antikurdischen Rassismus und von einer Politik des türkischen Staates geprägt ist, die feindselig gegenüber allen kurdischen Bestrebungen in der gesamten Region auftritt. Dabei ist insbesondere die Delegitimierung der HDP anhand von hanebüchenen Terrorismusvorwürfen und damit die Exklusion von linken und kurdischen Perspektiven aus den politischen Debatten zu kritisieren. Dadurch werden die Interessen und legitimen Forderungen der Kurd*innen in der Türkei weiterhin ignoriert und ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben in der Türkei weiter unmöglich gemacht. […]

    Weiterlesen: HDP trotzt der Repression: Dem türkischen Staat ist es nicht gelungen, die Partei zu zerschlagen (nd, 20. März 2022)

  • Olaf Scholz, Erdogan und die Frage nach „guten und schlechten Autokraten“

    Bei seinem Besuch in der Türkei Anfang der Woche zeigten sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betont freundschaftlich. Erdogan selbst lobte die „herzliche Atmosphäre“ und betonte Gemeinsamkeiten, besonders im Hinblick auf den Ukraine-Krieg. Doch welche Interessen verfolgt der türkische Präsident, der sich aktuell als Vermittler im Ukraine-Krieg anbietet, taugt er wirklich zum Friedensstifter und: Welche Rolle spielt der Westen? Die Antworten des renommierten Politikwissenschaftlers Ismail Küpeli zeugen von einem türkischen Regierungschef, der selbst um sein politisches Überleben kämpft – mit allen Mitteln. […]

    Weiterlesen: Olaf Scholz, Erdogan und die Frage nach „guten und schlechten Autokraten“ (Kreiszeitung, 16. März 2022)

  • Veranstaltungsrundreise: „Die kurdische Frage in der Türkei“

    Die Dissertation „Die kurdische Frage in der Türkei“ erscheint im Juni 2022 als Printpublikation und als frei verfügbare digitale Open Access Publikation. Um die Forschungsergebnisse und die Thesen auch außerhalb der Hochschulen zu debattieren, wird es eine Reihe von Veranstaltungen geben. Bereits feststehende Termine werden hier angekündigt, Anfragen für weitere Veranstaltungen an: ismail.kuepeli@ruhr-uni-bochum.de.

    Die kurdische Frage in der Türkei: Über die gewaltsame Durchsetzung von Nationalstaatlichkeit

    Der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen Bevölkerung ist einer der entscheidenden Faktoren, die die Geschichte und Gegenwart der Türkei bestimmen. Die politische Debatten und Entscheidungen in vielen sehr unterschiedlichen Bereichen von der Bildungspolitik bis hin zur Außenpolitik lassen sich auf die sogenannte kurdische Frage zurückführen. Darüber hinaus ist der Konflikt für die geschichtliche Entwicklung und der aktuellen Lage des gesamten Nahen und Mittleren Ostens bedeutend. Dies nicht zuletzt dadurch, dass kurdische Bevölkerungsgruppen in vielen Staaten existieren und in vielen Staaten politisch relevante AkteurInnen hervorgebracht haben, wie etwa neben der Türkei in Syrien und im Irak. Die Geschichte des Konflikts zwischen der Türkei und der kurdischen Bevölkerung muss aufarbeitet werden, um die gegenwärtigen Konflikte zu verstehen.

    Die Forschungsarbeit beschränkt sich indes nicht auf die Analyse dieser gewaltsamen Durchsetzung von Nationalstaatlichkeit und der autoritären Schaffung einer türkischen Nation, sondern will darüber hinaus Empfehlungen und Denkanstöße für die Erinnerungsarbeit und die politische Bildung formulieren, die Beiträge für eine Anerkennung der Pluralität und Diversität der jeweiligen Bevölkerungen und für einen gesellschaftlichen Friedensprozess, in der die Interessen und Rechte aller Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden, liefern können.

    21. März 2022, Online

    24. Mai 2022, Herford

    28. Juni 2022, Bochum

    29. Juni 2022, Bochum

    30. Juni 2022, Kassel

    1. Juli 2022, Duisburg

    4. Juli 2022, Erfurt

    7. Juli 2022, Saarbrücken

    12. Juli 2022, Hannover

    13. Juli 2022, Frankfurt a.M.

    22. Juli 2022, Oldenburg

    20. August 2022, Rheinland-Pfalz

    25. August 2022, Online-Veranstaltung

    30. August 2022, Witten

    31. August 2022, Hamburg

    15. September 2022, Berlin

    29. September 2022, Bremen

    17. November, Wiesbaden

  • Verschwörungsnarrative im türkischen Nationalismus

    Zur Rolle von Antisemitismus und antiarmenischem Rassismus in der Türkei und in Deutschland

    Der türkische Nationalismus in Deutschland hat sich im Kontext der hiesigen Gesellschaft verändert und ist damit eine von zahlreichen nationalistischen Ideologien der vielfältigen Migrationsgesellschaft in Deutschland. Dabei sind aus der Ideologie des türkischen Nationalismus in der Türkei verschiedene Narrative in den türkischen Nationalismus in Deutschland übertragen und angepasst worden, die für Verschwörungserzählungen im Kontext des antiarmenischen Rassismus und des Antisemitismus relevant sind. Bei dieser Übertragung kommt es auch zu Veränderungen in Ausformulierung und Funktion der einzelnen Narrative und zu Verschiebungen im Verhältnis zwischen antiarmenischem Rassismus und Antisemitismus. Um diese Veränderungen und Verschiebungen zu verstehen, müssen wir allerdings die historischen Ursprünge des türkischen Nationalismus betrachten. […]

    Weiterlesen: Verschwörungsnarrative im türkischen Nationalismus: Zur Rolle von Antisemitismus und antiarmenischem Rassismus in der Türkei und in Deutschland (Kurswechsel Hamburg, 9. Februar 2022).

  • »Graue Wölfe« in Deutschland: Eine Gefahr für Demokraten

    Die türkische extreme Rechte in Deutschland, bekannt als die Bewegung der »Grauen Wölfe«, schaffte es jüngst mit einer Reihe von Morddrohungen und Anschlagsplänen gegen linke Politiker*innen und Aktivist*innen wie Sevim Dağdelen und Civan Akbulut wieder in die Schlagzeilen. Zuvor trat die türkische extreme Rechte bei antiisraelischen Protesten in Deutschland im Mai 2021 sehr öffentlichkeitswirksam auf. Sie war offensichtlich ein wichtiger Teil der Gesamtmobilisierung dieser Aktionen. Diese nicht zu übersehenden Aktivitäten der »Grauen Wölfe« führten dazu, dass mehr und mehr Journalist*innen sich mit ihnen beschäftigten und weitere Vorgänge bekannt machten – wie etwa die Unterstützung von Funktionären des Moscheeverbands DITIB für die »Grauen Wölfe«. […]

    Weiterlesen: »Graue Wölfe« in Deutschland: Eine Gefahr für Demokraten (nd, 31. Januar 2022).